Nikon D4S

nikonD4SDie Nikon D4S löst den Vorgänger D4 als Topmodell für Nikon-Fotografen ab. Ausgewählte Foto-Profis durften mit der Kamera schon bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi Aufnahmen machen. Jetzt gibt es die neue Nikon für jeden, der bereit ist gut 6.000 Euro auf den Tisch zu legen – nur fürs Gehäuse wohlgemerkt, ein Objektiv gehört bei solchen Profi-Modellen nicht zum Lieferumfang. Am Gehäuse hat Nikon nur wenig geändert: So sind die beiden kleinen Joysticks zur Auswahl des Autofokus-Messfelds jetzt stärker geriffelt und damit etwas griffiger.
Kamera-Neuheiten 2014

Neuer Sensor, schnellerer Autofokus
Mit dem neuen Sensor stellt Nikon einen Rekord auf: Die Lichtempfindlichkeit reicht von ISO 200 bis ISO 25.600. Dazu kommen erweiterte Einstellungen: Die Einstellung Hi4 entspricht einem ISO-Wert von 409.600 – gut 4.000-mal empfindlicher als der Standardwert ISO 100. Mit dieser Extrem-Einstellung sind die Bilder zwar gespickt mit Farbfehlern und Rauschen, im Notfall aber ist das für Profi-Fotografen besser als gar kein Bild. Für die Praxis wichtiger ist, dass die D4S auch mit sehr hohen ISO-Werten noch sehr gute Bilder schießt. Beim ersten Praxis-Check mit einem Vorserienmodell entstanden selbst mit ISO 12.800 kaum Bildfehler. So lassen sich auch in wenig beleuchteten Räumen Fotos ohne Blitz und mit kurzen Belichtungszeiten aufnehmen.

Die Spiegelmechanik hat Nikon gegenüber der D4 überarbeitet und lässt ein schnelleres scharfstellen zu. Bis zu 11 Bilder pro Sekunde schafft die D4S – inklusive Fokussieren. Damit liegt sie auf Augenhöhe mit Canons Topmodell EOS-1 X. Bei der D4S neu hinzugekommen ist eine weitere Autofokus-Messmethode, die vor allem für Sportfotografen interessant ist: Dabei misst die Kamera in fünf Feldern gleichzeitig. Das soll fehlerhaftes Fokussieren, etwa auf den Hintergrund statt aufs Motiv, verhindern.

Mehr Power für Prozessor und Akku
Wie schon bei der Nikon D3300 und der Nikon D5300 steckt auch in der D4S Nikons neuster Bildprozessor Expeed4. Der soll nicht nur die Bildqualität durch aufwendigere Bildverarbeitung steigern, er sorgt auch dafür, dass die Kamera jetzt Full-HD-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde aufnimmt. Zur D4S gibt es einen überarbeiteten Akku – die neue Variante EN-EL18a soll etwa ein Viertel mehr Energie speichern. Das reicht für extrem lange Bildserien – nach dem Messstandard des japanischen Fotoindustrieverbands CIPA sind bis zu 3.020 Aufnahmen mit einer Akkuladung drin. Erfreulich: Der neue Akku passt auch in die D4.

Neue Software für RAW-Dateien
Pünktlich zur neuen Profi-Kamera bringt Nikon auch eine neue Software zum Bearbeiten von RAW-Dateien heraus. Die neue Version NX-D befindet sich noch im Beta-Stadium – sprich sie ist noch nicht ganz fehlerfrei und nur in Englisch verfügbar. Ausprobieren kann das neue Programm jeder: Capture NX-D lässt sich für Windows und Mac herunterladen. Die fertige Version wird voraussichtlich im Sommer erscheinen und im Gegensatz zum Vorgänger Capture NX2 sogar kostenlos sein.

Spezial-Funktionen für Profis
Eine ganze Reihe neuer Funktionen hat Nikon speziell für Profi-Fotografen in die D4S eingebaut. So lässt sich beispielsweise die Farbwiedergabe des eingebauten Monitors anpassen. Und wie bei Canon gibt es jetzt auch bei der Nikon ein kleines RAW-Format mit geringerer Auflösung und deutlich verringertem Speicherbedarf.

Fazit
Die Nikon D4S wird wohl für die meisten Fotografen ein Traum bleiben. Wer sich am Gewicht und dem satten Preis nicht stört, bekommt eine extrem schnelle Kamera, die im Dunkeln besser sieht als das menschliche Auge.

 

Quelle: computerbild.de